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    Wie erzeuge ich ein Einzelteil im Kontext der Baugruppe in PTC Creo Parametric

Jul

07

Wie erzeuge ich ein Einzelteil im Kontext der Baugruppe in PTC Creo Parametric

PDSVISION Germany hat historisch bedingt viele Kunden die Creo Elements/Direct Modeling einsetzen. Manchmal möchten diese Unternehmen auf Creo Parametric für ihre CAD Konstruktion umsteigen, um neben der direkten Modellierung von den Vorzügen der parametrischen Methodik zu profitieren. Für alle die Creo Elements/Direct Modeling nicht kennen… dieses Programm stammt direkt von dem legendären ME10 ab, welches in seiner modernsten Ausprägung auch heute noch im Einsatz ist und Teil des Creo Elements/Direct Paketes ist. Creo Elements/Direct Modeling ist ein sogenannter „Direct Modeler“, sprich, das 3D CAD-Programm kennt keine Referenz so wie es im parametrischen Anwendungsfall üblich ist. Creo Elements/Direct Modeling ist iterativ, d. h. in dem Moment, in dem ich z. B. den Befehl zur Erstellung eines Profils ausgeführt habe, ist der davorliegende Arbeitsvorgang irrelevant.

Wenn man nun die beiden PTC Produkte Creo Elements/Direct Modeling und Creo Parametric auf den ersten Blick vergleicht fragen sich so einige: Wie kann ich so frei arbeiten wie in Modeling? Das geht doch mit einer parametrischen Arbeitsweise gar nicht, ohne, dass ich externe Referenzen bekomme welche später Probleme verursachen!

Nun auf den besagten ersten Blick ist dies richtig, aber eben nur auf diesen einen ersten Blick. Wie sieht also die vorgeschlagene Verfahrensweise bzw. „Best Practise“ in Creo Parametric aus, wenn ich mit externen Referenzen arbeiten möchte oder sogar muss?

Das Zauberwort heißt Referenzkontrolle. Kurz gefasst habe ich als Konstrukteur so die Möglichkeit externe Referenzen aus Creo Konstruktionselementen (Features oder KE’s) oder z. B. ganzen Flächen zu verwenden. Gerade die Methodik eine ganze Fläche zu „kopieren“ und dann wieder in einem neuen Teil auszutragen ist in Creo Elements/Direct Modeling sehr beliebt. Der Knackpunkt im Parametrik Umfeld ist eben, dass sich externe Referenzen selbst aktualisieren, wenn es zu Änderungen im Ursprung eben jener kommt. Dies ist manchmal gewünscht und manchmal eben auch nicht. Sprich, ich muss die Kontrolle darüber haben. Referenzkontrolle eben…

Dazu möchte ich Ihnen zwei empfehlenswerte Wege vorstellen, wie man das bewerkstelligen kann.

  1. Die Sicherung von externen Referenzen

Diese Methode ist gedacht für externe Referenzen, die aus einem Creo Konstruktionselement stammen. Ein einfaches Beispiel sind z. B. zwei Bohrungen, die in verschiedenen Einzelteilen einer Creo Baugruppe liegen und aufeinander ausgerichtet werden müssen. Das bedeutet: eine Bohrung ist die Referenz für die zweite. Ich kann in Creo Parametric die Referenz der zweiten Bohrung einfach sichern (1) und habe so im Anschluss die volle Kontrolle was mit der Bohrung passiert, wenn die Quelle aktualisiert wird.

Im Anschluss habe ich nun die Möglichkeit, aus vier verschiedenen Optionen auszuwählen (2):

  • Automatisch aktualisieren
  • Manuelle Aktualisierung mit Benachrichtigung
  • Manuell aktualisieren
  • Keine Abhängigkeit

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Habe ich z. B. „Manuelle Aktualisierung mit Benachrichtigung“ gewählt, werde ich benachrichtigt, wenn sich die Referenz geändert hat.

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Im Tool „Unterschiede Anzeigen“ sehe ich nun durch farbliche Hervorhebung, welche Referenzen sich geändert haben.

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Die Option „Keine Abhängigkeit“ bricht die Referenz dauerhaft und lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Creo Konstruktionselemente (KE’s) können im Nachgang neu referenziert werden oder z. B. mit Creo Flexible Modeling bearbeitet werden.

Sie sehen, mit Creo Parametric stehen mir alle Wege offen, wie ich mit 3D CAD Referenzen umgehen will.

  1. Creo Publiziergeometrie

Oft stellt sich die Frage: Wie kann ich z. B. eine komplette Fläche verwenden, um daraus ein neues Creo Teil in einer Creo Baugruppe zu erzeugen? Ein idealer Weg ergibt sich über die Funktion Publiziergeometrie.

Im Beispiel wird die Flanschfläche publiziert. Die publizierte Geometrie kann ich danach im Creo Parametric Modellbaum sehen. Von hier kann das Teil nun normal weiterbearbeitet werden. Dies ist entweder parametrisch oder auch mit der Creo Flex Modeling Extension möglich. Im Fall einer Aktualisierung des ursprünglichen Creo Teils stehen mir wieder die bereits bekannten Optionen zur Steuerung der Referenz zur Verfügung. Im untenstehenden Beispiel haben wir z. B. das Werkzeug „Aufdicken“ verwendet.

Der hier exemplarisch aufgezeigte Weg kommt Creo Elements/Direct Modeling am nächsten, jedoch eben mit dem Vorteil immer die volle Kontrolle über die Referenzen haben.

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Ein Hinweis: Das Werkzeug „Publiziergeometrie“ steht nur in Zusammenhang mit der Creo Parametric „Advanced Assembly Extension“ (AAX) zur Verfügung. AAX bietet ebenfalls weitere sehr interessante Funktionen, wie z. B. Vererbungsteile und Skelettbaugruppen/Teile. Zum Thema Creo Vererbungsmodelle habe ich letztes Jahr bereits einen Blogeintrag verfasst, diesen finden Sie hier.

Warum probieren Sie die beiden gezeigten Methoden nicht gleich einmal selbst aus und überzeugen sich selbst von den Vorteilen von PTC Creo Parametric (ehemals Pro/ENGINEER)? Haben Sie noch kein Creo Parametric? Sprechen Sie uns einfach an oder vereinbaren einen Demo-Termin mit uns. Für Kunden mit Creo Elements/Direct bietet PDSVISION spezielle Wege und Pakete an welche den Umstieg in den meisten Fällen sehr attraktiv machen.

Wir führen Ihnen unsere Beispiele auch gern live vor und optimieren Ihren internen Konstruktionsprozess.

Viele Grüße,
Hans-Joachim Estler